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Büchernachlese | Kurzhinweise 2019


Neben den nachfolgenden des aktuellen Erscheinungsjahrs können auch noch siehe Links oben insgesamt 445 Kurzhinweise zu den Jahren 2003 bis 2018 abgerufen werden:

Sortiert nach Genre und dem Alphabet der Autorennamen führen die verlinkten Genrebezeichnungen zum jeweils ersten Kurzhinweis.

  • Belletristik:
  • Krimis / Thriller: Bernard Minier, Vanessa Savage
  • SF / Fantasy / Mystery:
  • Sachbuch:
  • Kinder- & Jugendliteratur:


  • Belletristik




    Krimis / Thriller

    Auf einer norwegischen Ölplattform muss Kommissar Martin Servaz die Hintergründe eines Mordopfers untersuchen. Dabei trifft er auf einen Verdächtigen, der alsbald wieder auf rätselhafte Weise verschwindet. In dessen Kabine entdeckt er zahlreiche Fotos von sich, die auf eine langjährige Überwachung seiner Person schließen lassen. Fotos, die nur einer dort hinterlegt haben kann: Julian Hirtmann, jener hochintelligente Serienmörder, den Servaz seit Jahren aufzuspüren sucht, nicht zuletzt weil mit ihm auch seine große Liebe Marianne verschwunden ist. Offenbar hat der Serienkiller beschlossen, ein neues Spiel mit Servaz zu spielen. Erst setzt er den Kommissar auf die Spur eines Jungen, der sein Sohn sein könnte - nur um ihn dann vor eine unmögliche Wahl zu stellen …
    Bernard Minier legt mit Nacht den vierten Thriller um Martin Servaz vor - der jedoch im Gegensatz zu den ersten beiden Vorgängerbänden sogar noch stärker als der dritte abfällt.
    "Spannung" wird durch äußerst brutale Verbrechen erzeugt, denen ein eher spontan, denn logisch vorgehender Martin Servaz hinterherhinkt. Einige "Wendungen", die nicht zuletzt Hirtmann vollzieht, sind zwar "überraschend", aber gleichen dem berühmten "deus ex machina" ohne wirklich inneren Bezug und Plausibilität. Und dazwischen sehr lange Längen samt nicht wenigen Redundanzen, die vermutlich über das Genre hinausgehende literarische Ambitionen anzeigen sollen: die überbordenden Landschaftsbeschreibungen und banalen Philosophieversatzstücke heben jedoch den Thriller in keiner Weise an.
    Wiewohl 100 Seiten kürzer als der dritte Band, offenbar ein sehr aufgeblähtes Scharnier, das mittlerweile auch wenig Hoffnung lässt, dass der fünfte, die Serie vermutlich abschließende Band ein fulminantes Ende finden könnte - denn das setzte einen Fehler des stets Fehler vermeidenden Hirtmann oder die Gabe zu weit mehr Konsequenz und Logik von Servaz voraus … U.K.
    (Bernard Minier: Nacht. Thriller. Aus dem Französischen von Alexandra Baisch. Droemer Verlag, München 2019. 539 Seiten. 14,99 Euro. ISBN: 978-3-426-28205-2)
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    Patrick will unbedingt das Haus seiner Kindheit erwerben und darin mit Sarah und ihren beiden Kindern leben. Das Haus direkt an der Küste von Wales ist malerisch gelegen, doch nachdem Patricks Eltern das Haus aufgeben mussten, wurde es zum Schauplatz einer schrecklichen Tragödie. Der Nachbesitzer hat darin bis auf einen Sohn seine ganze Familie ermordet. Seit Jahren steht das als "Mörderhaus" verschriene Gebäude leer - zudem feucht, kalt und baufällig wäre es dafür vergleichsweise preiswert abzugeben. Und nach dem Tod ihrer Mutter hat Sarah ein kleines Erbe ausgezahlt bekommen. Sarah will eigentlich gar nicht umziehen und damit ihre Freunde und Bekannte verlassen, doch sie hatte den Tod ihrer Mutter nur sehr schwer verkraftet und deshalb Patrick einiges zugemutet - sie konnte ihn nicht schon wieder enttäuschen. Doch was sie nicht weiß, aber Patrick: Der Mörder von damals wurde vor einigen Wochen entlassen …
    Für das Manuskript von Mörderhaus erhielt die englische Autorin Vanessa Savage ein Literaturstipendium und gewann 2016 auch noch den Wettbewerb Myriad Editons First Crime.
    Tatsächlich ist dieser Roman eingängig geschrieben und flüssig übersetzt. Auch der Thrill kommt keineswegs zu kurz, hält einen jedoch bestenfalls nur die ersten 100 Seiten bei der Stange. Hauptsächlich aus der Perspektive Sarahs erzählt, die aufgrund ihres nirgends wirklich schlüssig und nachvollziehbar erläuterten Traumas jede sich bietende Chance für Aufklärung und daraus sich ergebender Entscheidungen geradezu zwanghaft meiden muss, ergibt das eben nicht den berühmten Hitchcock-Effekt, als vielmehr das Durchdeklinieren eines nur allzu bald vorhersehbaren Handlungsablaufs - der am Ende dann auch nur in ein, zwei mäßigen "Volten" mündet.
    Damit das Buch auch erfahrene Thrillerliebhaber fesselt, hätte sein ganzer Aufbau und insbesondere die Anlage von Sarah komplett auf den Kopf gestellt werden müssen. Da die Autorin durchaus Talent beim Erzählen einzelner Szenen beweist, sei ihr für das nächste Buch ein Lektorat gewünscht, das seinen Namen verdient. U.K.
    (Vanessa Savage: Mörderhaus. Psychothriller. Aus dem Englischen von Christine Gaspard. Knaur Verlag, München 2019. 416 Seiten. 14,99 Euro. ISBN: 978-3-426-52300-1)
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    SF / Fantasy /Mystery




    Sachbuch




    Kinder- & Jugendliteratur






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