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Büchernachlese | Kurzhinweise 2020


Neben den denen des aktuellen Erscheinungsjahrs können auch noch siehe Links oben insgesamt 488 Kurzhinweise zu den Jahren 2003 bis 2020 abgerufen werden:

Sortiert nach Genre und dem Alphabet der Autorennamen führen die verlinkten Genrebezeichnungen zum jeweils ersten Kurzhinweis.

  • Belletristik: Günter Grass
  • Krimis / Thriller: Ølsten Borge, Lotte & Soren Hammer, Chris Holm, Val McDermid, Douglas Preston & Lincoln Child, Gordon Tyrie, Anne von Vaszary
  • SF / Fantasy / Horror / Mystery: Luke Arnold, N. K. Jemisin, Eva Siegmund, Michael J. Sullivan
  • Kinder- & Jugendliteratur: Hans Magnus Enzensberger, Helen Peters, Manfred Schlüter


  • Belletristik

    Die Neue Göttinger Ausgabe in 24 Bänden der Werke von Günter Grass wird für den Anfang in einer limitierten Auflage von 1000 Exemplaren in einer aufwendig handgefertigten Holzkassette ausgeliefert - was auch den Preis von 480,00 Euro (bis 31.8.2020: 380 Euro) wohl rechtfertigen dürfte.
    Da mir unter diesen Vorzeichen kein Rezensionsexemplar zugeschickt wurde, kann ich auf diese Neue Göttinger Ausgabe auch nur hinweisen und sie nicht besprechen bzw. bewerten. Neben den bekannten Romantiteln ab Bandnummer 4 (Die Blechtrommel) reihen sich da noch die Bände "Kurzprosa" I und II, "Theaterspiele" sowie mit Bandnummer 20 vier Titel mit "Essays und Reden" unterteilt nach den Jahren 1955-1969, 1970-1975, 1976-1991 und 1992-2011 sowie als letzter Band die "Gespräche 1958-2015" ein.
    Die nunmehr alle Werke bis zu seinem Tod 2015 umfassende Gesamtausgabe wurde (erneut) durchgesehen, der von Grass bevorzugten alten deutschen Rechtschreibung angeglichen und etwaige Fehler bis 2015 noch in Rücksprache mit Grass korrigiert.
    Alle Bände sind ausgestattet u.a. mit rotem Leinenbezug sowie dunkelgrauem Kapital- und Leseband und können natürlich auch einzeln als Druckausgabe oder E-Book bestellt werden. Die Preise der Einzelbände (Druckausgabe/E-book) reichen von 18,00/9,99 Euro bis 38,00/21,99 Euro.
    Nicht in dieser neuen Werkausgabe enthalten sind wissenschaftliche Kommentierungen - sie sollen als Extraausgabe in 14 Kommentarbänden in 2021 fertig gestellt und vorgelegt werden. U.K.
    (Günter Grass: Werke. Neue Göttinger Ausgabe in 24 Bänden. Steidl Verlag, Göttingen 2020. 10952 Seiten. 480, 00 Euro. ISBN: 978-3-95829-445-5)
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    Krimis / Thriller

    In Amsterdam wurde eine norwegische Studentin mit einer Bolzenschusspistole getötet. Tatort ist eine Bank in einem öffentlich zugänglichen Park, doch weder finden sich Zeugen noch brauchbare Spuren. Die rot gemalte "13" auf der Parkbank bildet erst mal nur ein weiteres Rätsel, genauso wie der seltsame Zahlencode, der, wie sich später herausstellen sollte, bereits vor dem Mord in einer SMS an den holländischen Kommissar Meijer gesendet worden war.
    Bei Gewaltverbrechen an norwegischen Staatsbürgern im Ausland wird Europol-Ermittler Bogart Bull zur Unterstützung der einheimischen Polizei geschickt. So auch dieses Mal, aber als kurz hintereinander zwei weitere Menschen ermordet werden, die ganz anderen Milieus, als dem der Studentin entstammten, und auch auf sehr unterschiedliche Weise getötet wurden, weiß auch Bull erst mal nicht weiter. Einzig verbindendes Merkmal ist eine rote 13, die an allen Tatorten zu finden war, sowie eine kurzfristig jedem Mord vorausgeschickte SMS. Als Bull dann endlich zu verstehen beginnt, auf wen es der Serienkiller eigentlich abgesehen hat, ist es beinahe zu spät …
    Ølsten Borge legt mit Irrfahrt seinen dritten Kriminalroman um den Europol-Kommissar Bogart Bull vor.
    Wieder ein sehr komplexer Plot, der Vergangenheit und Gegenwart (politisch wie privat) in eine spannende Beziehung zu setzen weiß. Der Autor entwickelt daraus in eingängiger Übersetzung eine Mordsgeschichte, die im Vergleich zu den beiden Vorgängerromanen noch einmal ein Schippchen drauflegt, was sich immer mehr anziehende Spannung und diesmal auch das rundum so überraschende wie überzeugende Finale angeht.
    Dieser Kriminalroman ist nicht nur gut, sondern dürfte mit zum Besten zählen, was dieses Frühjahr an Krimis vorzuweisen hat! Sehr empfehlenswert, bitte mehr davon! U.K.
    (Olsten Borge: Irrfahrt. Kriminalroman. Aus dem Norwegischen von Andreas Brunstermann und Gabriele Haefs. Droemer Verlag, München 2020. 320 Seiten. 9,99 Euro. ISBN: 978-3-426-30748-9)
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    Im Hafen von Kopenhagen kollidiert ein Ausflugsboot mit der Oslo-Fähre. Die meisten Todesopfer sind Kinder. Vier der erwachsenen Toten sind nicht ertrunken, sondern kamen durch Messerstiche ums Leben - darunter auch die Polizistin Pauline Berg. War die junge und instabile Kollegin von Kommissar Konrad Simonsen womöglich das eigentliche Opfer dieses grausamen Anschlags?
    Das dänische Geschwister- und Autorenduo Lotte & Søren Hammer legt mit Todeshafen nach längerer Pause seinen fünften Band um Kommissar Konrad Simonsen und seinen Mitarbeitern des Morddezernats vor. Das Team hatte lange die die Ausfälle der an posttraumatischen Störungen erkrankten Kollegin Pauline Berg mitgetragen und gedeckt - und als ein Kollege sie auf dem Tisch der Gerichtsmedizin entdeckte, glaubte er seinen Augen nicht zu trauen. Sie wollte doch mit ihrem Freund auf einer Urlaubsreise sein.
    Die ersten hundert Seiten ziehen sich diesmal etwas zäh mit minutiös kleinteilig beschriebener Polizeiarbeit dahin - doch dann entfaltet der Krimi gerade wegen seines uneitlen Ermittlerteams eine starke Sogwirkung. Und okay, dass Kommissar Konrad Simonsen und seine "Comtesse" auch noch im Notfall auf einige einflussreiche Freunde zurückgreifen können, schadet der Lösungsfindung auch nicht. Doch wie die Ambitionen und Hintergründe für diese Schreckenstat entschlüsselt werden, sorgt einmal mehr für ein so realistisches wie virtuoses Finale in einem durchaus komplexen Kriminalstück aus Dänemark. U.K
    (Lotte & Soren Hammer: Todeshafen. Kriminalroman. Aus dem Dänischen von Günther Frauenlob und Maike Dörries. Knaur Verlag, München 2020. 477 Seiten. 9,99 Euro. ISBN: 978-3-426-52364-3)
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    Auftragskiller Michael Hendricks tötete prinzipiell ausschließlich andere Auftragskiller, sofern die von ihnen bedrohten Opfer bereit waren, das Zehnfache des für ihren Tod angebotenen Honorars zu zahlen. Doch als daraufhin die Mitglieder des weltweit agierenden Verbrecher-Syndikats "The Council" ihn selbst und seinen Partner Lester auf die Abschussliste gesetzt haben, konnte es nur noch darum gehen, die Mitglieder von "The Council" zu enttarnen. Nur ohne den bereits getöteten Technik-Freak Lester war das nahezu unmöglich. Da eröffnet sich ihm unverhofft eine neue Chance - eine Fernsehreportage zu einem Bombenanschlag zeigt Handy-Aufnahmen, darunter auch eine kurze Sequenz mit einem altgewordenen, eigentlich tot geglaubten Kronzeugen gegen "The Council". Nur sehen diese Aufnahmen natürlich auch das FBI und das Syndikat …
    Mit Des Teufels Vollstrecker hat Chris Holm nach So was von tot den zweiten Thriller um den Auftragskiller Michael Hendricks vorgelegt.
    Auch ohne Kenntnis des Vorgängerromans rutscht man - wie der Rezensent - problemlos in die in sich abgeschlossene Handlungswelt des von Anfang an packenden Thrillers hinein. Die Ambivalenz der Hauptfigur Michael Hendricks, die neben einigem schwarzen Humor durchaus auch ehrenwert verantwortungsvolle Seiten zeigt, ist dabei genauso überzeugend, wie die Entfaltung des Plots, der natürlich haarsträubende, kaum überlebbare Zumutungen wie auch das Rettende dank einiger Helfer und seiner Reaktionsfähigkeit anbahnt. Unterfüttert wird das Ganze durch weitere Charaktere, die entweder geradezu als Karikatur des Bösen parodiert oder mit wenigen Strichen durchaus komplex eingeführt werden.
    Genreliteratur, die bis zur letzten Seite unterhält und auf die Folgebände (wie auch den Vorgängerband) neugierig macht! U.K
    (Chris Holm: Des Teufels Vollstrecker. Thriller. Aus dem amerikanischen Englisch von Karin Diemerling. Knaur Verlag, München 2020. 349 Seiten. 9,99 Euro. ISBN: 978-3-426-52209-7)
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    Eine junge Engländerin erbt von ihrem Großvater eine Schatzkarte, die in den schottischen Highlands zu zwei vergrabenen, seinerzeit neuen Indian-Motorrädern Baujahr 1944 führt, die er kurz nach Ende des Krieges dort mit einem Freund vergraben hatte. Doch beim Ausgraben der zweiten Indian stoßen sie, ihr Mann und der ihnen behilfliche Grundbesitzer auf eine Leiche, der mit Nike-Sneakers Jahrgang 1995 an den Füßen offenkundig weit später vergraben wurde. Und damit ist er ein Fall für DCI Karen Pirie und ihre kleine Abteilung für sogenannte "Cold Cases", die für unaufgeklärte, lange zurückliegende Mordfälle zuständig ist.
    Val McDermid legt mit Das Grab im Moor bereits den fünften "Cold Case" für DCI Karen Pirie vor - eine Serie, die mir trotz McDermids exzellenter Reihe um Carol Jordan und Profiler Tony Hill bislang entgangen ist.
    DCI Karen Pirie, wiewohl sehr erfolgreich, hat mit dem ihr vorgesetzten "Hundekuchen" zu kämpfen, dass ihrer Abteilung wie auch ihr selbst Anerkennung zuteilwerden. Doch zusammen mit dem noch ungeschliffenen Jason alias "Minzdrops" an ihrer Seite sowie den befreundeten Kolleginnen aus der Forensik knackt sie am Ende nicht nur den Fall, sondern vermag auch die karrieregeile Assistant Chief Constable Ann Markie mit Witz und Hartnäckigkeit zumindest kurzfristig in Schach zu halten.
    Um dieses Set herum hat Val McDermid einen handfesten, auch ohne Vorkenntnis der Vorgängerbände in sich überzeugenden Krimi gebaut, der zugleich zu einer hochspannenden Zeitreise in die Vergangenheit einlädt - diesmal bis in die letzten Kriegstage, als nicht nur nach sich verbergenden Nazis, sondern auch nach lukrativen Mitbringseln in die Heimat gesucht wurde. U.K.
    (Val McDermid: Das Grab im Moor. Kriminalroman. Aus dem Englischen von Ute Brammertz. Droemer Verlag, München 2020. 494 Seiten. 16,99 Euro. ISBN: 978-3-426-28223-6)
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    Erst ist die Archäologin Dr. Nora Kelly skeptisch, doch dann begeistert sie sich immer mehr für eine Suche nach dem Lager eines Siedler-Trecks von 1846, der als "Donner Party" zu gruseliger Berühmtheit gelangte. Denn er wurde in der Sierra Nevada vom Winter überrascht, und nur wenige aus der Gruppe vermochten allein deshalb zu überleben, weil sie sich von den kurz zuvor Verstorbenen ernährten. Doch die Ausgrabungen erweisen sich schnell als sehr gefährlich, denn sie führen Nora und ihr Team wie auch die dazugekommene FBI-Agentin Corrie Swanson auf die Spur eines Verbrechens in der Gegenwart, das den Kannibalismus der Siedler an Grausamkeit weit übertrifft.
    Preston & Child eröffnen mit Old Bones - Tote lügen nie eine neue Thrillerreihe um die Archäologin Nora Kelly und die frischgebackene FBI-Agentin Corrie Swanson. Beide Figuren traten auch bereits in Romanen der Pendergast-Reihe des Autorenduos auf und Agent Pendergast hat am Ende des Romans denn auch so etwas wie einen Cameo-Auftritt.
    Im Vergleich zu den Pendergast- oder auch Gideon Crew-Romanen ist "Old Bones" tatsächlich etwas Anderes. Weniger skurril oder gar mit Science-Fiction ausgestattet, wirkt der Thriller vergleichsweise bieder oder, um es positiv auszudrücken, handfest aufgezogen. Das hat durchaus seinen Reiz, vermittelt der Roman doch auch Einiges an realer Historie zur Geschichte der USA in der Mitte des 19. Jahrhunderts und verknüpft sie mit der den Kannibalismus von damals noch übertreffenden Zynik, mit der heutzutage Interessen beinhart durchgesetzt werden.
    Abgesehen von einigen Längen bietet das neue Duo Kelly und Swanson aber bereits ausreichend gute Unterhaltung, so dass man gern auch noch einen weiteren Roman mit ihnen lesen würde. U.K.
    (Douglas Preston & Lincoln Child: Old Bones - Tote lügen nie. Thriller. Aus dem Englischen von Michael Benthack. Knaur Verlag, München 2020. 371 Seiten. 14,99 Euro. ISBN: 978-3-426-52418-3)
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    Sein gepachtetes Cottage in der kleinen Bucht der Hebriden-Insel Gigha ist Nicol mindestens so heilig, wie seine Angewohnheit bei jedem Wetter barfuß zu laufen unverrückbar. Sollen sie in ruhig Hobbit nennen, solange sie ihm sonst seine Ruhe lassen. Und dann will der allseits beliebte Schauspieler und Regisseur Jim McKechnie ausgerechnet auf seinem Land einen neuen Film drehen, ja, droht ihm sogar, ihn dank seiner Kontakte dafür notfalls aus seiner Bucht zu vertreiben.
    Am nächsten Morgen wird Nicol eine männliche Leiche im Kilt in die Bucht gespült, die schon etwas angeknabbert, aber dank ihrer Statur nur McKechnie sein kann. Deswegen die Polizei herbemühen? Kommt gar nicht in Frage! Beim Vergraben der Leiche wird Nicol von mehreren Zuschauern heimlich beobachtet, die sich zwar so ihre Gedanken machen, aber ebenfalls kein Interesse daran haben, die Polizei zu rufen …
    Nach Todesströmung legt Thomas Kastura unter seinem Pseudonym Gordon Tyrie mit Schottensterben einen weiteren Roman vor, der auf einer Hebriden-Insel spielt. Gigha liegt zwar in der Nachbarschaft der Insel Jura, und auch der aus Todesströmung bekannte Ex-Killer Hynch ist hier wieder mit von der Partie - aber unter ganz anderen Vorzeichen und buchstäblich eher nur am Rande!
    Todesströmung war bei aller Skurrilität ein beinharter Thriller mit zuweilen überraschendem Tiefgang. Schottensterben erinnert dagegen eher an eine Posse, die selten dickschädelige Sturköpfe aneinandergeraten lässt - aber auch wenn Schotten nicht selten mit unseren Bayern verglichen werden, würde diese Posse nicht in einem Komödienstadl aufgeführt. Dazu ist der Humor seiner Protagonisten viel zu schwarz und die Freizügigkeit im Aushalten von Andersartigem viel zu groß - solange es, wohl gemerkt, nicht die eignen Kreise stört.
    Polizei ist unerwünscht, aber jeder hat eine Meinung oder zumindest eine Vermutung, wer oder was Jim McKechnie hat sterben lassen und wieso die Leiche mal dahin, mal dorthin verschwindet. Wer hier einen handelsüblichen Krimi erwartet, würde also enttäuscht - nicht wenige würden es aber eine angenehme Enttäuschung nennen, da nicht nur die Auflösung des Schicksal McKechnies am Ende für einige überraschende Volten sorgt.
    Bleibt die Frage, wie gelingt es dem Franken Kastura, einen so glaubhaften Hebriden-Roman zu schaffen? Und was würden die Schotten von seinen Hebriden-Romanen halten? Wer im deutschen Sprachraum dem schwarzen Humor zugeneigt ist und von eigenwilligen Typen jedweden Geschlechts lesen will, wird jedenfalls auch von Schottensterben bestens unterhalten werden. U.K.
    (Gordon Tyrie: Schottensterben. Ein Hebriden-Krimi. Droemer Verlag, München 2020. 367 Seiten. 14,99 Euro. ISBN: 978-3-426-30732-8)
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    Nina, Anfang Zwanzig und bislang ohne jeden Plan, hat mal wieder im Lostopf danebengegriffen. Eher aus Versehen mit dem sich für unwiderstehlich haltenden Ricky einen One-Night-Stand gehabt und danach auch gleich schon wieder vergessen, muss sie sich nun doch mit ihm noch einmal treffen. Doch als sie ihm in dem Berliner Kiez-Restaurant von den in ihrem Bauch wachsenden Folgen ihres One-Night-Stands erzählen will, beginnen gleich mehrere Gäste gleichzeitig nach Luft zu ringen und um ihre Leben zu kämpfen. Auch Ricky. Nina blieb nur deshalb von dem Giftanschlag verschont, weil ihre Nase mit Beginn der Schwangerschaft hochsensibel geworden ist und sie deshalb ihr Essen noch nicht einmal probieren wollte. Kommissar Keller setzt Nina zwar ganz weit oben auf seiner Verdächtigenliste, aber zugleich spannt er sie und vor allem ihre Nase für seine Ermittlungen ein …
    Mit Die Schnüfflerin ist Anne von Vaszary ein Kriminalroman-Debüt gelungen, das weniger auf brutalen Thrill als auf Situationskomik und insbesondere bei den gut gezeichneten Nebenfiguren auf glaubhafte Charaktere setzt!
    Mit der Erzählperspektive Ninas ist der Ton eher jugendlich und bezieht seine Vergleiche vor allem aus Fernsehserien und Kinofilmen. Doch das stellt sich keineswegs intelligenten Fragen und Dialogen entgegen, um Ninas Sicht auf die Welt und das gerade anstehende Problem zu erhellen. Sind die ersten Seiten noch etwas plakativ geraten und gemahnen an ein Jugendbuch, gewinnen die Figuren allmählich immer mehr an Tiefe und verhandeln u.a. schmerzhafte Verluste über die Generationengrenzen hinweg.
    Für einen Krimi steht die systematisch polizeiliche Ermittlungsarbeit eher weniger im Vordergrund bzw. gerät zuweilen schon arg in die Nähe jener Polizisten, die im ZDF bei Wilsberg ihr Unwesen treiben. Dafür aber gibt es herzerfrischendes Bauchgefühl - das natürlich auch in die Irre führt -, kesse Sprüche sowie Ninas außergewöhnlichen Geruchssinn, der durchaus in sich plausibel und überzeugend die Geschichte bis zur Auflösung vorantreibt.
    Auch für schwache Nerven ein echter Lesespaß! U.K.
    (Anne von Vaszary: Die Schnüfflerin. Kriminalroman. Knaur Verlag, München 2020. 383 Seiten. 9,99 Euro. ISBN: 978-3-426-52382-7)
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    SF / Fantasy / Mystery

    Fetch Phillips ist in Sunder City als "Mann für alles" nun als Privatdetektiv gefordert, den über 300 Jahre alten Vampir Professor Rye wiederzufinden. Seit die Magie aus Sunder City verschwunden ist, hat u.a. auch die Lebenskraft der Vampire nachgelassen, wie auch sonst alle magischen Fähigkeiten von Drachen, Gnomen, Elfen und anderen Wesen verlorengegangen sind. Fetch Phillips hat als Mensch sowieso nicht viele Aufträge, dafür umso mehr schlechte Laune oder/und einen dicken Schädel von jenen Betäubungsmitteln, die seine inneren Dämonen bekämpfen sollen - darunter jenen Dämon, der ihm die Schuld am Verlust der Magie in Sunder City gibt …
    Der junge (Jg. 1984) australische Filmschauspieler Luke Arnold hat mit Der letzte Held von Sunder City ein Roman-Debüt vorgelegt, das zugleich den Beginn einer mehrteiligen Serie markiert.
    Fetch Phillips als Hauptfigur mit seiner hartgesottenen Schale zeigt sich als äußerst verunsicherter Mensch, der trotz seines Alkoholkonsums immerhin hartnäckig am Ball zu bleiben vermag. Die Schilderung abgehalfterter Fantasyfiguren lebt von einem gefällig schwarz-humorigen Zynismus, die Häuser und die Straßen von Sunder City werden als entsprechend abgeranzt beschrieben. Zwischendurch einige Kämpfe, die Fetch Phillips immerhin überlebt, aber selten gewinnt und viele dunkle Gedanken - vor allem, weil er ja schuld an der ganzen Misere von Sunder City sei. Nur - selbst zum Ende dieses Romans ist nicht ganz klar geworden, worin nun genau seine Schuld bestanden haben soll, die ähnlich klingt, als würde man einem das Löschen des Internets unterjubeln wollen.
    Mal sehen, ob der 2. Band dieser Reihe dazu mehr Erhellendes bietet … U.K.
    (Luke Arnold: Der letzte Held von Sunder City - Fetch Phillips, Band 1. SF-Roman. Aus dem Englischen von Christoph Hardebusch. Knaur Verlag, München 2020. 319 Seiten. 14,99 Euro. ISBN: 978-3-426-52616-3)
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    Eine neue Fünftzeit droht, in der auf dem Kontinent "Die Stille" nur überlebt, wer auf geheime Vorräte zurückgreifen kann. Und womöglich noch nicht einmal dann - sollte mit dieser Fünftzeit tatsächlich das Ende der Welt bevorstehen.
    Essun sucht noch immer nach ihrer Tochter Nassun, die ihr Mann entführt hat, kurz nachdem er zum Mörder ihres gemeinsamen Sohnes wurde - denn er hasst alle Orogene, die nicht nur ihre Umgebung vereisen, sondern auch Erdbeben auslösen und damit (meist unabsichtlich) Menschen töten können. Sollte Essun wieder auf ihn treffen, wäre sein Schicksal besiegelt. Gefunden wurde Essun hingegen von dem sich versteinernden Alabaster Tenring, einem Orogenen mit 10 Ringen, der die Zerstörung der Welt eingeleitet hat - und Essun hierfür um Unterstützung bittet.
    Weit entfernt von Essun schlägt sich ihre Tochter Nassun mit dem Vater durch. Doch für ihn sind ihre zunehmenden, jedoch nicht von einem Fulcrum ausgebildeten Orogene-Fähigkeiten bald nicht mehr länger zu übersehen - und zu ertragen. Nassun wächst zu einer Orogene heran, die womöglich noch machtvoller als ihre Mutter wird ...
    Mit Brennender Fels wird von N. K. Jemisin der zweite Band ihrer preisgekrönten Romantrilogie Die große Stille vorgelegt. Wer den ersten Band Zerrissene Erde gelesen hat, wird sich auf jeden Fall auch diesen zu Gemüte führen wollen - er hält auch dank der erneut gelungenen Übersetzung von Susanne Gerold das im besten Sinne Genre sprengende Niveau. Aber seine Lektüre wird den Lesern nicht leicht gemacht. Zwei Jahre nach Erscheinen des ersten Bandes, knüpft der zweite bruchlos daran an, wo der erste geendet hat. All die bewusst erst aufgeteilten Erzählstränge des ersten Bandes sind nun zwar auf nur noch zwei "reduziert", doch die Begrifflichkeiten und Auseinandersetzungen dieser Welt bleiben hochkomplex und eigentlich nur bei einem Hintereinanderweglesen beider Bände von Anfang an nachvollziehbar. Nach zwei Jahren aber ist das Wiederhineinfinden etwas mühsam.
    Zum Glück ist das Erscheinen des dritten Bandes "Steinerner Himmel" schon für Juli 2020 angekündigt - am besten dann gleich alle drei Bände bestellen und lesen, lesen, lesen … U.K.
    (N. K. Jemisin: Brennender Fels. Die große Stille Bd. 2/3. Roman. Aus dem Englischen von Susanne Gerold. Knaur Verlag, München 2020. 432 Seiten. 14,99 Euro. ISBN: 978-3-426-52516-6)
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    Im verwahrlosten Zentrum der Stadt Berlin dient das einstige "Rote Rathaus" nur noch als "Käfig" der Bezirkspolizei. Der junge Polizist Birol soll dort ein neues Team bilden, dass aus der noch jüngeren Polizeischülerin Laura und der Diebin Raven besteht, die zum Strafdienst in der Polizei verurteilt wurde. Im Gegensatz zu den älteren Kollegen, die entweder faul oder korrupt sind, haben alle drei durchaus Ambitionen, was die Gerechtigkeit angeht, aber alle drei haben auch ihre durchaus dunklen Geheimnisse - Birol z.B., der entgegen seiner Aufträge noch immer inoffiziell nach dem Mörder seines Vaters sucht, der ebenfalls als Polizist im "Käfig" stationiert war. Bereits ihr erster gemeinsamer Fall bezieht sich auf den Mord eines "Cheaters", der direkt oder über Bande auch privat mit allen dreien verbunden war …
    Eva Siegmund legt mit Sodom - Utopia Gardens 1 den ersten Band einer Trilogie vor, die man wohl den spezielleren SF-Genres Cyberpunk oder Dark Future zuordnen kann.
    Im nächsten Jahrhundert teilt sich Berlin in ein verwahrlostes Zentrum, dessen ehemaligen Stadtteile nur noch unter Alt-Berlin zusammengefasst werden, während Neu-Berlin drumherum den vermögenderen Bürgern ansehnlichen Wohnkomfort bietet. In Alt-Berlin hingegen werden die meisten Häuser gar nicht mehr offiziell vermietet, sondern nur noch auf eigenes Risiko besetzt - bis auf eines: das "Utopia Gardens", das gleich einer Mischung aus Colosseum und Zirkus seinen Besuchern tagsüber harmlose Vergnügen für Familien mit Kindern und nachts alles bietet, was das Herz an Sex, Gewalt und Drogen begehrt. Ein höchst illegaler "Service", der dort geboten wird, ist u.a. auch das Modifizieren des Körpers durch höchst effektive Prothesen, wie z.B. neue Sprunggelenke oder besonders weitsichtige Augen. Wer diesen Service in Anspruch genommen hat, wird "Cheater" genannt, wer ihn bietet ist ein "Modda" - so wie auch die zum Strafdienst verurteilte Raven.
    Neben den bereits genannten drei Protagonisten, aus deren Perspektiven die meisten Kapitel des Romans erzählt werden, gibt es noch zwei, drei andere, deren Namen die Überschrift eines Kapitels einleiten und die Erzählperspektive vorgeben.
    Wiewohl in diesem Band so Einiges an Gewalt sichtbar wird, scheinen deren Ausbrüche weniger Teil einer Erzählung als einer Milieustudie zu sein, die erst noch den Rahmen für einen Plot und die daraus entfaltete Geschichte bilden soll. In diesem "dunklen" Milieu trifft Punkiges auf Bizarres, Skurriles, Ekliges und zwischendurch auch auf Berührendes. Das hält durchaus immer wieder die Spannung hoch, aber fällt dann auch wieder ab, weil zu Vorhersehbares oder eben Nichts die Handlung Vorantreibendes geschieht. Erst gaaanz am Schluss trifft Birol auf jemanden, der zumindest kurz einen allerersten Hinweis zur Lösung seines Geheimnis andeutet.
    Na gut, schaun mer mal, was der zweite Band "Gomorrha" bringt - sollte der weiter so auf der Stelle treten und nur Seiten schinden, wäre der dritte Band "Babylon" jedenfalls gleich ganz verzichtbar. U.K.
    (Eva Siegmund: Sodom - Utopia Gardens 1. Thriller. Knaur Verlag, München 2020. Seiten. Euro. ISBN: 978-3-426-52475-6)
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    Hadrian Blackwater sieht in Royce Melborn beim ersten Aufeinandertreffen erstmal nur eine Bedrohung, gegen die es sich zu verteidigen gilt. Als er ihn bei Arcadius, einem alten Professor für Überlieferung an der Universität von Sheridan, wieder trifft, ändert sich daran nur wenig - und wenn dann nur zum Schlechteren. Und Royce Melborn schätzt Hadrian Blackwater, wenn auch unter anderen Vorzeichen, ebenfalls nicht besser ein. Er hält ihn schlicht für dumm. Doch Arcadius will unbedingt, dass beide, der eine ein erfahrener Krieger, der andere ein meisterhafter Dieb und Mörder, zusammenarbeiten und für ihn gemeinsam ein geheimnisvolles Buch aus dem als uneinnehmbar geltenden Kronturm stehlen. Beide wehren sich heftig gegen dieses Ansinnen, doch Arcadius hat am Ende die besseren Argumente …
    Michael J. Sullivan beginnt mit Im Schatten des Kronturms eine neue Serie unter dem Titel Riyria-Chroniken, die zugleich ein Prequel der nach 6 Bänden abgeschlossenen Riyria-Reihe darstellt (siehe dazu auch die Besprechung zu deren ersten Band Der Thron von Melengar).
    Für Fans der Riyria-Reihe, zu denen auch der Rezensent sich zählt, ist das eine schöne Wiederbegegnung mit liebgewordenen Protagonisten, die auf jeden Fall lohnt - auch wenn der Spannungsbogen hier bislang um Einiges weniger komplex als in der abgeschlossenen Reihe angelegt ist. Neben den beiden bereits genannten Helden wird hier auch deren erste Begegnung mit Gwen DeLancy angebahnt, was durchaus einige Verwicklungen voraussetzt - doch die Metaebene einer herrschenden, später alles mit ihrer Religion bestimmenden Klasse, wird für diese sehr eigene Welt mit ihren verschiedenen Königreichen eben (noch) bestenfalls nur angedeutet. Kriege, Elend abhängiger Frauen und Anderes bleiben deshalb vom Anlass her noch eher vage und "nur" auf die konkrete Ebene heruntergebrochene Auseinandersetzungen. Das ist dann für sich genommen zwar auch nicht wenig spannend wie auch die ersten Dialogscharmützel zwischen Hadrian Blackwater und Royce Melborn mit ihrem trockenem Humor durchaus das Zwerchfell kitzeln.
    Hinzu kommt, dass Sullivan es abhängig vom Erfolg dieses 1. Bandes macht, ob er das Prequel fortsetzt - insofern würde ich entgegen seiner Vorstellung allen "Neulingen" keine Wahl lassen, sondern ihnen zuerst die Lektüre der abgeschlossenen Riyria-Reihe empfehlen, bevor sie mit dem 1. Band des Prequels beginnen. (Sollte das Prequel dann tatsächlich bis zum Anschluss an die Riyria-Reihe fortgesetzt werden, kann sich diese Einschätzung natürlich auch wieder ändern.)
    So oder so, lohnt es jedenfalls, auf den nächsten Band der Riyria-Chroniken neugierig zu sein - denn unterhaltend sind sie allemal. U.K.
    (Michael J. Sullivan: Im Schatten des Kronturms - Riyria-Chroniken 1. SF-Roman. Aus dem Englischen von Wolfram Ströle. Klett Cotta Verlag, Stuttgart 2020. 461 Seiten. 17,00 Euro. ISBN: 978-3-608-98569-6)
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    Kinder- & Jugendliteratur

    155 Jahre nach der Erstausgabe liegt nun eine weitere von vielen anderen Variationen vor: Als Struwwelpeters Rückkehr wurden von Hans Magnus Enzensberger (Jahrgang 1929) die Geschichten zum und über den Struwwelpeter neu erzählt bzw. gedichtet. Als Erzählrahmen nutzt Enzensberger eine Theatervorstellung für Kinder, bei der "Doktor Heinrich Hoffmann", seines Zeichens ja 1845 der Ur-Erfinder des Struwwelpeters, u.a. als Conférencier auftritt und die Vorstellung mit launigen Worten eröffnet und beendet. Während der Struwwelpeter zum Mädchenschwarm wird und der wilde Jäger zum ignoranten Despoten, zündelt Paulinchen nicht mehr fahrlässig, sondern trickreich, und der Suppenkasper hungert schlicht aus Liebeskummer bzw. tut nur so.
    Das ist alles sehr nett gegen den Strich gebürstet, nach dem Motto "Meinetwegen, seid empört, und haltet nicht zu oft den Mund, denn Widerworte sind gesund", dürfte sein dankbares Publikum aber vor allem bei Kindern der Jahrgänge ab Mitte des vorigen Jahrhunderts finden. Denn die "Fallhöhe" ergibt sich nun mal aus Kenntnis und "Erleiden" der Originalgeschichten als Beispiel schwarzer Pädagogik. Ohne das dürften selbst die schnurrigsten Reime von Enzensberger ins Leere zielen, genauso, wie auch die in sich sehr gelungenen und sehr witzigen Illustrationen von Anke Kuhl, die nicht selten dem Nacherzähler Enzensberger ganz cool Contra geben. Und dann versucht Enzensberger auch noch einen Begriff wie "Mohr" gewiss sehr gutgemeint gesund zu reden, was jedoch bei der eigentlich angedachten Zielgruppe für Kinder ab 6 Jahren wohl leider erst recht daneben gehen dürfte.
    Ein höchst anerkannter Autor und eine nicht minder talentierte Illustratorin geben zusammen ein schön ausgestattetes Bilderbuch in Halbleinen heraus - aber am Ende fragt man sich: Warum nur? Warum dieses?? U.K.
    (Hans Magnus Enzensberger: Struwwelpeters Rückkehr. Bilderbuch mit Illustrationen von Anke Kuhl. Hanser Verlag, München 2020. 48 Seiten. 16,00 Euro. ISBN: 978-3-446-26804-3)
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    Schlimmer geht immer! Evis Mutter war mit ihrem frischgebackenen neuen Mann auf dem Weg nach Venedig, während Evi nun für fünf Tage zu ihrer Patentante in ein abgelegenes Kaff musste. Um sie vom Bahnhof abzuholen, hatte die Patentante keine Zeit. Immerhin brauste sie dann kurz danach in ihrem Auto an, als Evi vor dem alten Herrenhaus aus dem Taxi gestiegen war. Die Wohnung der Patentante im Inneren des Herrenhauses war weniger aufgeräumt als Evis Kinderzimmer und verfügte weder über WLAN noch einen Fernseher sowie nur über einen fast leeren Kühlschrank, den Evi am nächsten Tag ja auffüllen könnte! Und es geht noch schlimmer: Mit dem zwölften Glockenschlag in der Nacht sieht sich Evi ins Jahr 1814 versetzt und muss als Dienstmädchen Töpfe schrubben, Kamine fegen und Bettpfannen leeren. Nur wenn es ihr gelingt, ein Familiengeheimnis zu lösen, kann sie in die Gegenwart zurückkehren ...
    Von Helen Peters wurde mit Mitternacht in Charlbury House ein spannendes Leseabenteuer ins Deutsche übersetzt, das mitternächtlichen Gruselfaktor mit Zeitreisen in die historisch sauber recherchierte Lebenswelt eines Herrenhauses im England vom Anfang des 19. Jahrhunderts kombiniert. Wie sich Evi aus der Jetztzeit nach und nach in die Rolle eines Dienstmädchens einfindet, wird sehr überzeugend und eingängig nachvollziehbar dargestellt. Neben ihrem durchaus wortwörtlich zu verstehenden Überlebenskampf muss Evi aber auch noch die äußerst schwierige Aufgabe lösen, die Tochter ihres Dienstherren vor einem schrecklichen Schicksal zu bewahren. Denn nur, wenn Evi sie rettet, gelangt sie auch wieder in ihre eigene Zeit zuück.
    Diese Mischung aus Mystery, spannungsreiche Selbstbehauptung als Mädchen (damals wie jetzt!) und neu erlernte Wertschätzung dessen, was damals unerhörten Luxus bedeutet hätte, sollte Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren aufs Beste unterhalten. U.K.
    (Helen Peters: Mitternacht in Charlbury House. Roman. Aus dem Englischen von Cornelia Panzacchi. Umschlagillustration und Vignetten: Verena Körting. Thienemann Verlag, Stuttgart 2020. 368 Seiten. 15,00 Euro. Ab 12 Jahren. ISBN: 978-3-522-18515-8)
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    Das kann ich auch

    Der Himmel knipst die Lichter an,
    schon leuchten tausend Sterne.
    Ich zünde meine Kerze an,
    dann freut sich die Laterne.


    Dieses und 47 weitere Gedichte "für Kinder und andere Menschen" von Manfred Schlüter sind in seinem von ihm auch illustrierten Gedichtband Guruku Gugukuru nachzulesen, der vom Verlag zudem als sehr gut in der Hand liegende Hardcover-Ausgabe vorgelegt wurde.
    Schlüter feiert darin Wortspiele, die mal nur albern, mal durchaus subtil und tiefsinnig großen Vorbildern wie Ernst Jandl oder auch Erich Fried, Christian Morgenstern und Joachim Ringelnatz nachspüren, ohne dabei epigonal zu wirken.
    Vorgelesen werden schon fünfjährige viel Spaß an diesen Reimereien haben, und weit ältere Semester werden die nicht selten darin enthaltene Lakonie zu schätzen wissen. Auch wegen der durchweg farbigen und sich kongenial in die Gedichte einfügenden Vignetten ist dieser Band ein Augenschmaus, den man sich immer mal wieder gern zu Gemüte führen wird.
    Es ist ja nicht mehr lange hin, da geht's wieder ans große Verschenken - dieses Buch von Manfred Schlüter sollte jedenfalls auf keiner Geschenkeliste fehlen! U.K.
    (Manfred Schlüter: Guruku Gugukuru. Gedichte für Kinder und andere Menschen. Bibliothek der Provinz Verlag, Wien 2020. 82 Seiten. Euro. Ab 5 Jahren. ISBN: 978-3-99028-929-7)
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